Schröpfen – was ist das eigentlich?

Wetten … du hast schon mal jemanden gesehen, der sich schröpfen lassen hat? Der Olympia-Schwimmer Michael Phelps beispielsweise ist bekennender Geschröpfter und die Schauspieler:innen Wayne Carpendale, Meghan Markle und Jennifer Aniston ebenfalls.
Woran man die Schröpfwilligen erkennt? Geschröpfte Leute sehen so aus als wären sie von einem experimentierfreudigen Alien entführt worden. Sie laufen mit kreisrunden Blutergüssen auf dem Körper herum, bevorzugt auf dem Rücken, aber auch an Armen und Beinen. In Wahrheit stammen die Blutergüsse natürlich von den Schröpfgläsern und sind ein gewollter Effekt. In diesem Blogpost erfährst du, wie Schröpfen funktioniert, wofür das Schröpfen gut ist und warum es heute unter dem Begriff Cupping sogar richtig in ist.

In Kürze

• Die Schröpftherapie gehört zu den ältesten Behandlungsmethoden der Welt.
• Beim klassischen Schröpfen (Trocken-Schröpfen) werden Schröpfgläser mit Unterdruck auf die Haut gesetzt und verbleiben dort 10 bis 15 Minuten.
• Schröpfen regt den Stoffwechsel an, lindert Schmerzen und fördert die Durchblutung. Das Immunsystem wird aktiviert und Verhärtungen im Gewebe gelöst.
• Angewendet wird das Schröpfen zum Beispiel bei Faszien- und Muskelverhärtungen, Bindegewebsschwäche und Cellulite, zur Narbenentstörung, bei Verdauungsproblemen, Kopfschmerzen und Migräne, aber auch bei Entzündungen und Erkältungen.

Was ist Schröpfen?

Das Schröpfen ist eine der ältesten Behandlungsmethoden der Welt. Es wurde schon 3.000 bis 5.000 Jahre v. Ch. in Mesopotamien (Vorderasien) angewandt und hat sich in fast jeder (alten) Medizinkultur entwickelt. In Asien und im heutigen Russland hat Schröpfen auch heute noch einen wichtigen Stellenwert und ist deutlich weiter verbreitet als bei uns.

Wie geht Schröpfen?

Beim Schröpfen werden mehrere Schröpfgläser mit Unterdruck auf die nackte, eingeölte Haut gesetzt, in der Regel auf den Rücken, aber auch auf Arme und Beine. Das notwendige Vakuum entsteht heute üblicherweise mit Hilfe einer Handpumpe am Ende des Schröpfglases, der vor dem Aufsetzen zusammengedrückt wird. Je stärker der Handpumpe gepresst wird, desto größer ist die Saugwirkung.

Chiron-Center Schröpfen – was ist das eigentlich?

Wie wirkt Schröpfen?

Durch den Saugreiz, der beim Schröpfen auf deiner Haut entsteht, wird die Durchblutung angeregt und es gehen Blutbestandteile aus den Gefäßen in das Zwischenzellgewebe über. Dadurch entsteht ein Bluterguss, der erst einmal sehr abenteuerlich aussieht, jedoch eine großartige Wirkung hat: Er aktiviert das Immunsystem und bringt den Stoffwechsel dazu, auf Hochtouren zu laufen. Das wiederrum alarmiert deine körpereigenen Abwehr- und Fresszellen, die einer Müllabfuhr gleich die ausgetretenen Blutkörperchen und weitere Abfallstoffe abtransportieren.
Was passiert noch? Es entsteht ein Zug auf die Faszien bzw. das fasziale Gewebe. Das Gewebe entspannt sich durch den Unterdruck bzw. durch die bessere Durchblutung. Dadurch können sich Verhärtungen lösen. Am Anfang kann das sehr unangenehm sein. Mit der Zeit lässt der Schmerz durch den Unterdruck jedoch nach.

Was kann man mit Schröpfen behandeln?

Schröpfen kann bei vielen verschiedenen Beschwerden hilfreich sein. Wenn du beispielsweise viel am Schreibtisch sitzt und Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, Muskelverspannungen oder Muskelverhärtungen bekommst, könnte Schröpfen genau dein Ding sein. Warum? Weil Schröpfen durch den Unterdruck mehr in die Tiefe geht als beispielsweise eine klassische Massage. So kann Schröpfen effektiver auf Faszien, Muskeln, Bänder und Sehnen wirken.
Aber auch bei Hexenschuss, Karpaltunnelsyndrom, Verdauungsbeschweren, Migräne, chronischer Mandelentzündung, Bindegewebsschwäche, Cellulite und vielem weiteren mehr, kann Schröpfen die Selbstheilung positiv beeinflussen.

Im osteuropäischen Raum, speziell in Russland, wird das Schröpfen sogar bei Erkältung genutzt. Das macht richtig viel Sinn, weil Schröpfen das Immunsystem ankurbelt und die Durchblutung fördert. So kann die Infektion durch Schröpfen schneller abklingen.

Warum ist Schröpfen unter dem Begriff Cupping heute wieder so in?

In den letzten Jahren gab es viele neue wissenschaftliche Erkenntnisse über die Faszien. Seitdem steht fest: Das fasziale Gewebe ist ziemlich häufig die Ursache oder mitverantwortlich für Bewegungseinschränkungen, Verspannungen, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Nervenschmerzen und vieles weitere mehr.

Schröpfen kann da sehr hilfreich sein: Durch den Unterdruck werden die hautnahen Faszien, aber auch die Faszien in der Tiefe getriggert und wie beschrieben weitere Prozesse in Gang gesetzt, die die Selbstheilungskräfte des Körpers unterstützen. Und weil in der Regel schon nach der oder den ersten Behandlungen ein spürbarer Effekt eintritt, hat sich das bei Profi-Sportler:innen, Schauspieler:innen und vielen weiteren Berufssparten herumgesprochen. Also eigentlich überall da, wo Menschen darauf angewiesen sind, schnell wieder topfit zu sein. Allerdings lässt man sich heute nicht mehr schröpfen. Die traditionelle Kunst des Schröpfens wird neusprachlich Cupping genannt und immer öfter mit Silikon-Cups durchgeführt.

Schau einfach selbst einmal im Web, wer so alles ein Selfie von sich mit Schröpfkreisen gepostet hat. Und schreib mir gern, welche Erfahrungen du schon mit dem Schröpfen bzw. Cupping gemacht hast!

Du möchtest noch mehr zum Schröpfen wissen? Ich habe dazu unter anderem schon diesen Film gemacht:
Aber Vorsicht: Es wird blutig. 😉

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